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Gerichtsvollzieherin/Gerichtsvollzieher

Zu der Ausbildung zur Gerichtsvollzieherin und zum Gerichtsvollzieher konnten bisher nur Beamtinnen und Beamte des mittleren Justizdienstes zugelassen werden. Seit dem 01.06.2002 besteht für alle Bewerberinnen und Bewerber auch außerhalb der Justiz die Möglichkeit, sich bei entsprechender Qualifikation und Berufserfahrung für die Laufbahn des Gerichtsvollzieherdienstes zu entscheiden.

Aufgaben

Zentrale Aufgabe im Gerichtsvollzieherdienst ist es, auf Betreiben von Gläubigern die Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen der Schuldner vorzunehmen sowie eidesstattlichen Versicherungen abzunehmen. Insofern ist ein funktionsfähiges Gerichtsvollzieherwesen ein wichtiger Standortfaktor für die wirtschaftliche Betätigung. Darüber hinaus stellen Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher Pfändungsbeschlüsse zu, taxieren Pfändungsgegenstände und erwirken deren Herausgabe. Dabei sind sie stets um Konfliktbegrenzung mit den Schuldnern bemüht.

Weitere Aufgabenschwerpunkte sind die Zwangsräumung von Wohnungen, die Versteigerung von Wertgegenständen, die Zustellung von Ladungen, Wechselprotesten und Willenserklärungen sowie die zwangsweise Vorführung von Zeugen vor Gericht. Gerichtvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher regeln ihren Geschäftsbetrieb weitgehend selbstständig. Dazu gehört auch die Unterhaltung eines eigenen Geschäftszimmers in dem jeweiligen Amtsgerichtsbezirk sowie die Beschäftigung von Bürohilfen. Einige Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher haben sich auch in Gemeinschaftsbüros zusammengeschlossen.

Der Beruf erfordert deshalb:

  • vielseitige Fachkenntnisse,
  • hohe Leistungsbereitschaft,
  • Zuverlässigkeit,
  • gutes Einfühlungsvermögen und Kommunikationsbereitschaft,
  • Belastbarkeit, insbesondere auch im Außendienst,
  • ausgeprägte Fähigkeit zur Organisation von Arbeitsabläufen.
  • häufig auch Einfühlungsvermögen

Die Arbeit mit moderner Bürotechnik muss selbstverständlich sein.

Zulassungsvoraussetzungen

Zur Gerichtsvollzieherfortbildung kann zugelassen werden, wer 1. a) die Prüfung für den mittleren Justizdienst oder die Abschlussprüfung nach der Verordnung über die Berufsausbildung zur/zum Justizfachangestellten vom 26.Januar 1998 (BGBl. Teil I, 1998, 195) bestanden hat oder b) eine sonstige dem Gerichtsvollzieherdienst förderliche abgeschlossene Berufsausbildung, insbesondere im juristischen oder kaufmännischen Bereich, absolviert hat, 2. sich darüber hinaus mindestens drei Jahre hauptberuflich in einer Tätigkeit nach Nummer 1 bewährt hat, 3. nach Persönlichkeit und Leistung für den Gerichtsvollzieherdienst geeignet erscheint und das 40. Lebensjahr nicht überschritten hat.

Ausbildung und Prüfung

Die Fortbildung dauert 18 Monate und beginnt am 1. Dezember eines jeden Jahres. Justizfachangestellte mit Ausbildung nach altem Recht und Bewerberinnen und Bewerber, die nicht in der Justiz beschäftigt sind, müssen zusätzlich an einem 6monatigen Vorbereitungslehrgang teilnehmen, der am 1. Juni eines jeden Jahres beginnt. Die Fortbildung gliedert sich in folgende Abschnitte:

1. Vorbereitungslehrgang (sofern erforderlich)

2. Berufspraxis I: 2 Monate

3. Lehrgang I: 4 Monate

4. Berufspraxis II: 4 Monate

5. Lehrgang II: 4 Monate

6. Berufspraxis III: 4 Monate

und umfasst folgende Prüfungsteile:

1. vier Aufsichtsarbeiten am Ende des Lehrgangs II

2. eine mündliche Prüfung am Ende der Berufspraxis III.

Besoldung während der Fortbildung

1) Bewerberinnen und Bewerber, die nicht aus der Justiz kommen: Mit den Bewerberinnen und Bewerbern wird ein 2jähriger (Dauer von Vorbereitungslehrgang und Fortbildung) Arbeitsvertrag mit dem Ziel der späteren Verwendung im Gerichtsvollzieherdienst geschlossen. Die Probezeit beträgt 6 Monate. Das Entgelt richtet sich nach Entgeltgruppe 5 (Stufe 2) des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).

2) Beamtinnen und Beamte aus dem mittleren Justizdienst behalten während der Fortbildung ihren Status und werden weiterhin nach den bisherigen besoldungsrechtlichen Bestimmungen vergütet. Bewerberinnen und Bewerber, die bereits in der Justiz als Angestellte beschäftigt sind, erhalten während der Fortbildung und des ggf. erforderlichen Vorbereitungslehrgangs ein Entgelt nach Entgeltgruppe 5 (Stufe 2) des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).

Besoldung als Gerichtsvollzieherin oder Gerichtsvollzieher

Nach erfolgreicher Fortbildung, die mit einer Prüfung abschließt, erfolgt regelmäßig die Ernennung zur Gerichtsvollzieherin bzw. zum Gerichtsvollzieher im Beamtenverhältnis auf Probe in der BesGr. A 8 Bundesbesoldungsordnung (BBesO). Bei Bewährung in der 3jährigen Probezeit erfolgt anschließend die Ernennung zur Beamtin bzw. zum Beamten auf Lebenszeit. Beförderungen in die Besoldungsgruppen A 9 und A 9 mit Amtszulage BBesO sind möglich. Neben der Besoldung nach der BBesO erhalten die Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher nach der Vollstreckungsvergütungsverordnung einen Anteil der von Ihnen eingenommenen Gebühren als Ansporn für die zügige und erfolgreiche Erledigung der Aufträge.

Für die durch die Verpflichtung zur Einrichtung und Unterhaltung eines Büros entstehenden Sachkosten und die Kosten einer Bürokraft erhält die Gerichtsvollzieherin oder der Gerichtsvollzieher nach einer gesonderten Verordnung einen weiteren Anteil der vereinnahmten Gebühren.

Bewerbung

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an das zuständige Oberlandesgericht:

· Oberlandesgericht Braunschweig, Postfach 3627, 38026 Braunschweig

· Oberlandesgericht Celle, Postfach 1102, 29201 Celle

· Oberlandesgericht Oldenburg, Postfach 2451, 26014 Oldenburg.

Fügen Sie Ihrer Bewerbung bitte zunächst folgende Unterlagen bei:

  • tabellarischen, unterschriebenen Lebenslauf
  • Ablichtung des Schulabschlusszeugnisses
  • Ablichtung des Berufsausbildungszeugnisses
  • Zeugnisse über Beschäftigungen seit der Schulentlassung
  • Heiratsurkunde oder bei Ledigen Geburtsurkunde
  • Einverständniserklärung hinsichtlich der Anforderung und Einsichtnahme der Personalakten (nur Bewerberinnen und Bewerber aus dem öffentlichem Dienst)
  • Erklärung, ob die wirtschaftlichen Verhältnisse geordnet sind.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

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