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Tödlicher Unfall bei Rastede – Verhandlung vor dem Landgericht Oldenburg


Der Fall des im November 2017 bei einem Verkehrsunfall bei Rastede ums Leben gekommenen 23-jährigen Irakers wird nun doch vor dem Landgericht Oldenburg verhandelt. Dies hat jetzt der erste Strafsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg entschieden. Das Landgericht hatte die Eröffnung des Hauptverfahrens zunächst abgelehnt.

Der junge Mann war nach dem Besuch einer Diskothek in den frühen Morgenstunden auf der Polizeiwache in der Oldenburger Innenstadt erschienen und hatte dort herumgeschrien. Zwei Polizeibeamte entschlossen sich, den Mann nach Hause zu fahren. Wegen eines anderen Einsatzes ließen sie ihn dann aber auf einem Parkplatz im Stadtnorden zurück. Der Mann wanderte stadtauswärts, zum Teil wohl mitten auf der Straße und wurde etwa eine dreiviertel Stunde später in der Nähe von Rastede von einem Auto erfasst. Er verstarb wenig später an seinen Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hatte im April 2018 gegen die beiden Polizeibeamten Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Das Landgericht lehnte die Eröffnung des Hauptverfahrens Ende Juli 2018 ab, weil eine Verurteilung nicht zu erwarten sei. Der Vorwurf der fahrlässigen Tötung könne den Polizeibeamten nur dann gemacht werden, wenn sie den Mann hilflos zurückgelassen hätten. Zu dessen Zustand gebe es aber widersprüchliche Zeugenaussagen. Manche Zeugen hätten den Mann als gänzlich desorientiert beschrieben, anderen sei er nur leicht alkoholisiert erschienen.

Gegen diese Entscheidung riefen die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger das Oberlandesgericht an. Nach der Entscheidung des Senats muss der Fall nun doch vor dem Landgericht Oldenburg verhandelt werden. Allein wegen widersprüchlicher Zeugenaussagen sei die Anklage nicht von vornherein aussichtslos. Die genauen Umstände müssten vielmehr in einer Hauptverhandlung umfassend aufgeklärt werden.

Die Verhandlung wird vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Oldenburg stattfinden. Ein Termin steht noch nicht fest.

Oberlandesgericht Oldenburg, Az. 1 Ws 404/18, Beschluss vom 22.10.2018


Nr.44/2018
Bettina von Teichman und Logischen
Pressestelle
Oberlandesgericht Oldenburg
Richard-Wagner-Platz 1
26135 Oldenburg

Artikel-Informationen

26.10.2018

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